Anlagestrategien
Mögliche Anlagestrategien reichen von konservativ bis wachstumsorientiert und richten sich nach Zielsetzung, Risikobereitschaft, Liquiditätsbedarf sowie steuerlichen und familiären Rahmenbedingungen.
Auswahl und Umsetzung
Family Offices verfolgen häufig hybride Ansätze, z.B. eine konservative Kernstrategie (Core) mit renditeorientierten Satelliten (Satellite). Die konkrete Ausgestaltung wird in der Anlagerichtlinie definiert und regelmäßig überprüft. Entscheidend ist, dass die gewählte Strategie mit den langfristigen Interessen und Werten der Familie konsistent ist.
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Aktives versus passives Portfoliomanagement
Aktives vs. passives Portfoliomanagement beschreibt zwei grundlegende Ansätze in der Steuerung von Portfolios und der Umsetzung einer Anlagestrategie. Beide verfolgen das Ziel, das Vermögen effizient über verschiedene Anlageklassen und Märkte zu strukturieren, unterscheiden sich jedoch im Vorgehen, im Risikomanagement und in der Zielsetzung.
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Core Satellite Strategien
Core-Satellite-Strategien sind ein etabliertes Konzept der strategischen Vermögensanlage, das Stabilität und Renditechancen systematisch miteinander verbindet. Die Core-Satellite-Strategie teilt das Gesamtportfolio in zwei klar abgegrenzte Bereiche.
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Smart-Beta
Smart Beta bezeichnet einen Investmentansatz, der zwischen klassischem passivem Investieren und aktivem Management angesiedelt ist. Ziel von Smart-Beta-Strategien ist es, systematisch bestimmte Risikofaktoren oder Renditetreiber zu nutzen, die langfristig eine Überrendite gegenüber klassischen marktkapitalisierungsgewichteten Indizes erwarten lassen.
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Dividendenstrategien
Dividendenstrategien sind Anlagestrategien, bei denen der Fokus auf regelmäßigen Ausschüttungen aus Dividenden liegt. Anleger investieren gezielt in Aktien oder Fonds von Unternehmen, die stabile und möglichst steigende Dividenden zahlen. Ziel ist es, laufende Erträge zu erzielen und gleichzeitig an der langfristigen Wertentwicklung der Aktien zu partizipieren. Dividendenstrategien spielen insbesondere bei einkommensorientierten Anlegern eine wichtige Rolle.
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Value Investing
Value Investing ist ein langfristiger Investmentansatz, bei dem Investoren gezielt nach unterbewerteten Aktien suchen, deren Marktpreis unter ihrem geschätzten inneren Wert liegt. Grundlage dieser Anlagephilosophie ist die Annahme, dass der Aktienmarkt nicht vollständig effizient ist und es regelmäßig zu Fehlbewertungen kommt – im Gegensatz zur strengen Auslegung der Markteffizienzhypothese.
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Growth Investing
Growth Investing ist ein Anlagestil, der auf wachstumsorientierte Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial ausgerichtet ist. Im Fokus stehen vor allem Wachstumsaktien, deren Geschäftsmodelle ein hohes Umsatzwachstum, nachhaltiges Gewinnwachstum und langfristige Gewinnsteigerung erwarten lassen. Anleger investieren dabei gezielt in Unternehmen, die sich häufig in dynamischen Marktsegmenten befinden und deren Aktienkurs von zukünftiger Wertentwicklung profitieren soll.
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Quantitative Anlagestrategien
Quantitative Anlagestrategien basieren auf der systematischen Auswertung großer Datenmengen und der Anwendung mathematischer, statistischer oder algorithmischer Modelle zur Steuerung von Anlageentscheidungen. Im Gegensatz zu diskretionären Ansätzen stehen nicht individuelle Einschätzungen, sondern klar definierte Regeln und Modelle im Mittelpunkt.
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Market Timing
Market Timing bezeichnet den Ansatz, Ein- und Ausstiegszeitpunkte an den Finanzmärkten gezielt zu wählen, um Kursbewegungen auszunutzen. Ziel ist es, Vermögenswerte zu kaufen, bevor Kurse steigen, und sie zu verkaufen, bevor Kursrückgänge eintreten. Im Gegensatz zu langfristig orientierten Buy-and-Hold-Strategien steht beim Market Timing die zeitliche Steuerung der Investitionen im Vordergrund.
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Momentum Strategien und Trendfolgemodelle
Momentum-Strategien und Trendfolgemodelle zählen zu den quantitativen Handels- und Anlagestrategien an den Kapitalmärkten. Beide Ansätze basieren auf der Annahme, dass sich Kursbewegungen aus der Vergangenheit zumindest über einen gewissen Zeitraum fortsetzen und damit systematisch nutzbar sind. Sie werden im Aktienmarkt, bei ETFs, Futures oder Einzelaktien eingesetzt und gehören zum Bereich des faktororientierten Investing.
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Antizyklisches Investieren
Antizyklisches Investieren ist eine Anlagestrategie, bei der bewusst gegen den vorherrschenden Markttrend gehandelt wird. Anleger kaufen Vermögenswerte, wenn diese stark gefallen und am Markt unpopulär sind, und verkaufen, wenn Euphorie herrscht und die Preise hoch erscheinen. Der Ansatz basiert auf der Annahme, dass Märkte zu Übertreibungen neigen und sich Preise langfristig wieder an fundamentale Werte annähern.
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Taktische Asset Allocation
Die taktische Asset Allocation (TAA) beschreibt die kurzfristige bis mittelfristige Anpassung der Vermögensaufteilung innerhalb eines bestehenden strategischen Rahmens. Im Unterschied zur strategischen Asset Allocation, die die langfristige Zielstruktur des Vermögens festlegt, zielt die taktische Asset Allocation darauf ab, zeitlich begrenzte Marktchancen zu nutzen oder Risiken gezielt zu reduzieren.
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Absolute Return Strategien
Absolute-Return-Strategien verfolgen das Ziel, unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung eine positive Rendite zu erzielen. Im Gegensatz zu klassischen Anlagestrategien orientieren sie sich nicht primär an einem Vergleichsindex, sondern an einer klar definierten Zielvorgabe oder Mindestrendite. Der Fokus liegt auf Kapitalerhalt, Risikokontrolle und der Reduktion von Schwankungen, insbesondere in volatilen Marktphasen oder einem herausfordernden Marktumfeld wie dem Niedrigzinsumfeld.
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ESG-Strategien
ESG steht für Environmental, Social und Governance und bezeichnet einen Ansatz, bei dem nachhaltigkeitsbezogene Kriterien systematisch in Anlagestrategien integriert werden. Ziel ist es, neben finanziellen Kennzahlen auch ökologische, soziale und unternehmensbezogene Faktoren zu berücksichtigen, um Risiken besser zu steuern, langfristige Wertschöpfung zu fördern und regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. ESG hat sich damit von einem freiwilligen Nachhaltigkeitsansatz zu einem festen Bestandteil professioneller Investmentprozesse entwickelt.
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Impact Investing
Impact Investing bezeichnet eine Form des investing, bei der Investitionen gezielt darauf ausgerichtet sind, neben einer finanziellen Rendite auch eine messbare positive Wirkung auf Umwelt oder Gesellschaft zu erzielen. Im Mittelpunkt stehen wirkungsorientiertes Handeln und klar definierte Ziele, etwa im Bereich Umwelt, Klimaschutz, soziale Entwicklung oder Förderung von Sozialunternehmen. Impact Investing grenzt sich damit von klassischen nachhaltigkeitsorientierten Ansätzen ab, bei denen häufig primär Ausschlusskriterien oder ESG-Ratings im Vordergrund stehen.