Quantitative Anlagestrategien

Quantitative Anlagestrategien basieren auf der systematischen Auswertung großer Datenmengen und der Anwendung mathematischer, statistischer oder algorithmischer Modelle zur Steuerung von Anlageentscheidungen. Im Gegensatz zu diskretionären Ansätzen stehen nicht individuelle Einschätzungen, sondern klar definierte Regeln und Modelle im Mittelpunkt.

Methodischer Ansatz und Datenbasis

Quantitative Strategien nutzen historische Kursdaten, Fundamentaldaten, Volatilitätsmaße oder makroökonomische Variablen, um Muster, Zusammenhänge oder Anomalien an den Märkten zu identifizieren. Auf dieser Basis werden Handelsregeln, Gewichtungsmechanismen oder Ein- und Ausstiegssignale entwickelt. Die Umsetzung erfolgt häufig automatisiert über Modelle oder Algorithmen.

Zu den gängigen Formen zählen faktorbasierte Strategien (z. B. Value, Momentum, Size), regelbasierte Allokationsmodelle, Volatilitätsstrategien oder trendfolgende Ansätze. Auch viele Smart-Beta-Konzepte und Teile des systematischen Asset Managements sind quantitativer Natur.

Chancen und Grenzen quantitativer Modelle

Quantitative Anlagestrategien bieten Transparenz, Reproduzierbarkeit und eine disziplinierte Entscheidungsstruktur. Sie reduzieren emotionale Verzerrungen und ermöglichen eine konsistente Umsetzung über verschiedene Marktphasen. Gleichzeitig bestehen Risiken durch Modellannahmen, Datenqualität oder strukturelle Marktveränderungen, die historische Muster entwerten können.

In der Vermögensanlage werden quantitative Strategien häufig als Ergänzung zu klassischen, fundamental geprägten Ansätzen eingesetzt.

Stand: 07.02.2026 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch