Multifaktor-Modelle

Multifaktor-Modelle sind finanzwirtschaftliche Bewertungs- und Erklärungsmodelle, die die Rendite von Wertpapieren nicht auf einen einzelnen Einflussfaktor reduzieren, sondern auf mehrere systematische Risikofaktoren zurückführen. Sie erweitern damit das klassische Capital Asset Pricing Model (CAPM), das ausschließlich das Marktrisiko berücksichtigt.

Faktoren

Grundidee von Multifaktor-Modellen ist, dass Wertentwicklungen von Aktien und anderen Anlageklassen durch verschiedene ökonomische, strukturelle oder verhaltensbezogene Faktoren beeinflusst werden. Zu den bekanntesten Ansätzen zählen das Fama-French-Dreifaktorenmodell (Marktfaktor, Size-Faktor, Value-Faktor) sowie weiterentwickelte Modelle mit zusätzlichen Faktoren wie Momentum, Profitabilität oder Investmentintensität. Jeder Faktor steht für ein spezifisches Risiko, für das Anleger langfristig eine Risikoprämie erwarten.

Praktische Bedeutung von Mehrfaktor-Modellen

In der Praxis werden Multifaktor-Modelle eingesetzt, um Renditeunterschiede zwischen Portfolios zu erklären, systematische Ertragsquellen zu identifizieren und aktive Managementleistungen besser zu bewerten. Sie dienen zudem als Grundlage für faktorbasierte Anlagestrategien („Smart Beta“), bei denen Portfolios gezielt entlang bestimmter Faktoren konstruiert werden.

Multifaktor-Modelle bieten einen differenzierten Blick auf Risiko-Rendite-Zusammenhänge. Sie ermöglichen eine präzisere Analyse der Performancequellen, unterstützen die strategische Asset Allocation und helfen, Klumpenrisiken auf Faktor-Ebene zu erkennen. Trotz ihrer höheren Komplexität gelten Multifaktor-Modelle heute als zentraler Bestandteil moderner Kapitalmarkttheorie und quantitativer Portfolioanalyse.

Stand: 07.02.2026 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch