Family Office

Der Begriff "Family Office" ist gesetzlich nicht definiert und wird in der Praxis nicht einheitlich verwendet. Er beschreibt eine spezialisierte Organisationseinheit, die umfassend und individuell das Vermögen einer oder mehrerer vermögender Familien betreut. Ziel ist nicht nur die Verwaltung, sondern die ganzheitliche Steuerung, Strukturierung und langfristige Sicherung des Familienvermögens – oft über mehrere Generationen hinweg. Family Offices lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen, abhängig von Struktur, Mandantenkreis, Leistungsumfang und organisatorischer Ausgestaltung.

Abgrenzung zu Private Banking und Private Wealth Management

Das Dienstleistungsangebot von Family Offices lässt sich vom Private Banking und vom Private Wealth Management abgrenzen.

Private Banking ist ein Angebot von Privatbanken oder anderen Banken, das sich an Privatkunden mit gehobenem Vermögen richtet. Im Mittelpunkt stehen klassische Finanzprodukte wie Konten, Depots, Fonds und Kredite. Die Beratung erfolgt häufig produktnah und provisionsbasiert, wodurch die Unabhängigkeit eingeschränkt ist. Die angebotenen Lösungen sind meist standardisiert, und es gibt oft eine Mindestanlagesumme, um Zugang zu individuellen Dienstleistungen und einer persönlichen Betreuung zu erhalten.

Private Wealth Management richtet sich an besonders vermögende Anleger – in der Regel ab mehreren Millionen Euro – (HNWI) und bietet eine umfassendere Form der professionellen Vermögensverwaltung. Neben der klassischen Anlageberatung gehören dazu die Entwicklung einer individuellen Strategie, die laufende Vermögensplanung sowie die Verwaltung komplexer Vermögenswerte. Das Wealth Management zielt darauf ab, langfristige Ziele und generationsübergreifende Interessen zu berücksichtigen. Die Manager und Berater verfolgen dabei einen integrierten Ansatz, der Investmententscheidungen, Risikosteuerung und Strategieentwicklung miteinander verbindet. Trotz des erweiterten Leistungsumfangs bleibt das Management meist innerhalb einer Bank eingebettet und ist daher nicht vollständig unabhängig.

Kriterien für die Einteilung von Family Offices

Anzahl der betreuten Familien

  • Single Family Office (SFO): Betreut ausschließlich eine Familie. Höchste Individualisierung, volle Kontrolle, hohe Kosten.
  • Multi Family Office (MFO): Betreut mehrere vermögende Familien parallel. Kostenteilung, Zugang zu institutionellen Strukturen, teils standardisierter.

Organisationsform des Family Office

Unabhängigkeit des Family Offices

Leistungsumfang von Family Offices

Family Offices übernehmen je nach Ausrichtung Aufgaben in den Bereichen Vermögensanlage, Reporting, Controlling, Finanzplanung, Vermögensstrukturierung inklusive Nachfolgeplanung, Family Governance, Privatsekretariat, Compliance, Auswahl und Steuerung externer Dienstleister, Concierge Service, Philanthropie und Sicherheit.

In Abhängigkeit des Leistungsumfangs lassen sich Family Offices in folgende Typen einteilen:

Stand: 07.02.2026 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Franziska Strauch