Externes versus internes Family Office
Beim Aufbau eines Single Family Offices stellt sich die Grundsatzfrage, ob die Family-Office-Funktionen intern aufgebaut oder extern vergeben werden sollen. Beide Modelle verfolgen das Ziel, Vermögen, Familie und ggf. unternehmerische Beteiligungen strukturiert zu steuern – unterscheiden sich jedoch deutlich in Organisation, Kostenstruktur und Kontrolltiefe.
Internes Family Office
Ein internes Single Family Office ist eine eigenständige Organisationseinheit, die ausschließlich für eine Familie tätig ist. Mitarbeiter, Prozesse und Systeme werden vollständig selbst aufgebaut und gesteuert. Dieses Modell bietet maximale Unabhängigkeit, hohe Vertraulichkeit und eine sehr individuelle Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Familie. Es ermöglicht eine enge Verzahnung von Vermögensanlage, Nachfolgeplanung, Family Governance und operativen Themen. Demgegenüber stehen ein hoher organisatorischer Aufwand, fixe Kosten für Personal und Infrastruktur sowie ein gewisser Skalierungsnachteil, insbesondere bei verhältnismäßig kleineren Vermögen.
Externes Family Office
Ein externes Family Office überträgt wesentliche Aufgaben an externe Dienstleister, etwa an spezialisierte Multi Family Offices, Kanzleien oder Investmentboutiquen. Die Familie greift auf bestehende Strukturen, Expertise und Netzwerke zurück, ohne selbst ein eigenes Team aufzubauen. Dieses Modell ist flexibler, kosteneffizienter und schneller umsetzbar, insbesondere in der Startphase oder bei begrenztem Komplexitätsgrad. Gleichzeitig erfordert es eine sorgfältige Auswahl und Steuerung der Dienstleister, da operative Kontrolle und unmittelbare Verfügbarkeit geringer sind als bei einem internen Setup.
Hybrides Family Office
In der Praxis entscheiden sich viele Familien für hybride Modelle. Dabei werden strategische Steuerungsfunktionen – etwa Entscheidungsfindung, Governance oder Koordination – intern verankert, während spezialisierte Leistungen wie Investmentmanagement, Reporting, Steuer- oder Rechtsberatung extern erbracht werden. Dieses Vorgehen verbindet Unabhängigkeit mit Effizienz und erlaubt eine schrittweise Entwicklung hin zu einem vollwertigen internen Family Office, sofern dies langfristig gewünscht ist.