Risikoklasse

Risikoklasse bezeichnet die systematische Einordnung von Kapitalanlagen, Portfolios oder Anlagestrategien nach ihrem Risiko und ist ein zentrales Instrument der Vermögensanlage sowie der regulatorischen Anleger­schutzvorgaben. Sie dient dazu, Wertschwankungen, Verlustpotenziale und Ertragschancen vergleichbar zu machen und Anlageentscheidungen an der individuellen Risikobereitschaft auszurichten.

Auswahl von Anlageklassen

Im praktischen Anlagekontext basiert die Zuordnung zu einer Risikoklasse auf Faktoren wie Volatilität, maximalem Verlust, Liquidität, Laufzeit, Bonität der Emittenten, Markt- und Währungsrisiken sowie der Komplexität der eingesetzten Finanzinstrumente. Niedrige Risikoklassen umfassen in der Regel risikoarme Anlagen wie Sichteinlagen, Geldmarktinstrumente oder kurzlaufende Staatsanleihen. Höhere Risikoklassen beinhalten Aktien, alternative Investments, strukturierte Produkte oder Derivate mit entsprechend größerem Risiko- und Schwankungspotenzial.

Anlegerschutz

Eine besondere Bedeutung hat die Risikoklasse im aufsichtsrechtlichen Rahmen des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Nach den Vorgaben des WpHG – insbesondere im Zuge der Umsetzung von MiFID II – sind Wertpapierdienstleistungsunternehmen verpflichtet, vor einer Anlageberatung oder Vermögensverwaltung eine Geeignetheitsprüfung durchzuführen. Dabei werden Kenntnisse und Erfahrungen des Anlegers, seine finanziellen Verhältnisse, seine Anlageziele sowie seine Verlusttragfähigkeit ermittelt. Auf dieser Basis wird festgelegt, welche Risikoklassen für den jeweiligen Anleger geeignet sind. Anlageempfehlungen dürfen nur erfolgen, wenn sie mit der Risikoklasse des Produkts und dem Risikoprofil des Anlegers übereinstimmen.

Stand: 07.02.2026 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Franziska Strauch