Marktrisiken
Marktrisiken bezeichnen die potenziellen Verluste, die durch allgemeine Marktbewegungen entstehen können – unabhängig von der Qualität einzelner Anlagen. Zu den wichtigsten Marktrisiken zählen Kursrisiken bei Aktien, Zinsänderungs- und Spreadrisiken bei Anleihen, Währungsrisiken bei internationalen Engagements.
Bedeutung von Marktrisiken
Marktrisiken wirken sich direkt auf die Performance des Gesamtvermögens aus. Sie sind systemischer Natur und daher auch bei breiter Diversifikation nie vollständig vermeidbar. Das Management dieser Risiken erfolgt durch strategische Asset Allocation, taktische Anpassungen, den Einsatz von Hedging-Instrumenten und eine enge Steuerung der Risikobudgets.
Wichtig ist die regelmäßige Quantifizierung und Überwachung – etwa mittels Value at Risk, Szenarioanalysen oder Stresstests. Marktrisiken sollten stets im Verhältnis zur Risikotragfähigkeit der Familie und den langfristigen Zielen stehen. Ein professionelles Risikomanagement im Family Office schafft Transparenz, Stabilität und Entscheidungssicherheit – insbesondere in volatilen Marktphasen.
-
Kursrisiko
Kursrisiken bezeichnen das Risiko, dass der Marktwert einer Anlage aufgrund von Preisveränderungen sinkt. Besonders betroffen sind börsennotierte Vermögenswerte wie Aktien oder Anleihen. Solche Schwankungen entstehen durch wirtschaftliche Entwicklungen, Unternehmensnachrichten, Marktstimmung oder geopolitische Ereignisse.
-
Zinsänderungsrisiko
Zinsänderungsrisiken bezeichnen das Risiko, dass sich der Marktwert zinssensitiver Anlagen – insbesondere Anleihen – aufgrund von Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus negativ entwickelt. Steigen die Marktzinsen, sinken in der Regel die Kurse bestehender Anleihen mit festen Kupons, da neue Anleihen attraktivere Konditionen bieten. Die Höhe des Risikos hängt wesentlich von der Restlaufzeit und der Zinssensitivität (Duration) der Anleihe ab.
-
Zinsstruktur
Zinsstruktur bezeichnet die Beziehung zwischen Zinssätzen und Laufzeiten von festverzinslichen Anlagen – meist dargestellt durch die sogenannte Zinsstrukturkurve. Diese zeigt, wie sich die Renditen von Anleihen gleicher Bonität, aber unterschiedlicher Laufzeit verhalten.
-
Spreadrisiko
Spreadrisiken bezeichnen das Risiko, dass sich der Risikoaufschlag (Spread) zwischen unterschiedlichen Anleihen oder Kreditinstrumenten verändert – unabhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung. Typischerweise bezieht sich das auf die Differenz zwischen einer risikobehafteten Anlage (z.B. Unternehmensanleihe) und einer als sicher geltenden Referenzanlage (z. B. Staatsanleihe hoher Bonität). Steigt der Spread, sinkt der Marktwert der risikobehafteten Anleihe, selbst wenn das allgemeine Zinsniveau konstant bleibt.
-
Währungsrisiko
Währungsrisiken entstehen, wenn Vermögenswerte in Fremdwährungen notieren und sich deren Wechselkurs gegenüber der Heimatwährung verändert. Ein Wertzuwachs in der Fremdwährung kann durch eine ungünstige Kursentwicklung teilweise oder vollständig neutralisiert werden – umgekehrt können Kursgewinne auch durch Wechselkursgewinne verstärkt werden.