Bewertungsmodelle

Bewertungsmodelle sind finanzwirtschaftliche Modelle, die dazu dienen, die angemessene Renditeanforderung für eine Kapitalanlage in Abhängigkeit vom eingegangenen Risiko zu bestimmen. Sie beantworten nicht die Frage nach dem konkreten Wert eines Unternehmens oder Wertpapiers, sondern liefern die theoretische Grundlage dafür, welche Rendite Investoren für ein bestimmtes Risiko erwarten. Bewertungsmodelle sind damit ein zentrales Bindeglied zwischen Risikoanalyse und Unternehmensbewertung.

Anwendungsfelder

Bewertungsmodelle finden insbesondere Anwendung bei der Ableitung von Kapitalkosten, der Beurteilung von Renditeerwartungen sowie als Grundlage für Unternehmensbewertungsverfahren wie DCF- oder Ertragswertmodelle. Sie sind damit ein elementarer Bestandteil professioneller Investmentanalyse und Vermögenssteuerung.

  • Capital Asset Pricing Model (CAPM)

    Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein grundlegendes Kapitalmarktmodell der modernen Kapitalmarkttheorie und ein zentrales Instrument der Portfoliotheorie. Es erklärt die Renditeerwartung eines Investments in Abhängigkeit vom systematischen Marktrisiko und dient damit der Bewertung von Aktien, Unternehmen, Portfolios und anderen Anlagen. Das CAPM basiert auf der Annahme, dass Anleger nur für Risiken entschädigt werden, die nicht diversifizierbar sind. Zudem wird unterstellt, dass alle rationalen Investoren ein gemeinsames Marktportefeuille halten.

  • Multifaktor-Modelle

    Multifaktor-Modelle sind finanzwirtschaftliche Bewertungs- und Erklärungsmodelle, die die Rendite von Wertpapieren nicht auf einen einzelnen Einflussfaktor reduzieren, sondern auf mehrere systematische Risikofaktoren zurückführen. Sie erweitern damit das klassische Capital Asset Pricing Model (CAPM), das ausschließlich das Marktrisiko berücksichtigt.

  • Arbitrage Pricing Theory

    Die Arbitrage Pricing Theory (APT) ist ein finanzwirtschaftliches Bewertungsmodell zur Erklärung und Prognose von Renditen risikobehafteter Wertpapiere. Sie stellt eine Alternative zum Capital Asset Pricing Model (CAPM) dar. Im Mittelpunkt der APT steht die Annahme, dass sich die Rendite eines Wertpapiers aus mehreren systematischen Risikofaktoren zusammensetzt und dass sich Fehlbewertungen durch Arbitrage am Markt ausgleichen.

Stand: 07.02.2026 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch