Unternehmensbewertung
Unternehmensbewertung befasst sich mit der Ermittlung des ökonomischen Werts eines Unternehmens oder einzelner Unternehmensanteile. Sie ist zentral für Transaktionen wie Unternehmenskäufe und -verkäufe (M&A), Nachfolgeregelungen, Beteiligungen, Finanzierungen sowie steuerliche und gesellschaftsrechtliche Fragestellungen. Ziel ist es, einen nachvollziehbaren und begründeten Unternehmenswert abzuleiten, der als Entscheidungsgrundlage dient.
Abgrenzung zu Bewertungsmodellen
Im Unterschied zu Bewertungsmodellen der Kapitalmarkttheorie (z.B. CAPM), die Renditeanforderungen bestimmen, fokussiert die Unternehmensbewertung auf den konkreten Wert eines Unternehmens. Dabei kommen unterschiedliche Bewertungsverfahren zum Einsatz. Zu den wichtigsten zählen Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF), bei denen zukünftige Zahlungsströme diskontiert werden, das Ertragswertverfahren, das insbesondere im deutschsprachigen Raum verbreitet ist, sowie Multiplikatorverfahren, bei denen der Unternehmenswert aus Vergleichskennzahlen (z. B. EBITDA-Multiples) abgeleitet wird.
Auswahl der Bewertungsmethode
Die Wahl des Verfahrens hängt von Zweck, Branche, Datenverfügbarkeit und Unternehmensphase ab. In der Praxis werden häufig mehrere Methoden kombiniert, um die Ergebnisse zu plausibilisieren. Annahmen zu Wachstum, Margen, Investitionen, Kapitalkosten und Risiken haben dabei erheblichen Einfluss auf den ermittelten Wert.
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Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren)
Das Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF) ist eines der zentralen Bewertungsverfahren der modernen Unternehmensbewertung. Ziel des Verfahrens ist es, den Unternehmenswert aus den künftig erwarteten Cashflows bzw. Zahlungsüberschüssen eines Unternehmens abzuleiten. Diese zukünftigen Zahlungsströme werden mithilfe eines geeigneten Diskontierungszinssatzes auf den Bewertungsstichtag abgezinst, um ihren Barwert bzw. Kapitalwert zu bestimmen.
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Ertragswertverfahren
Das Ertragswertverfahren ist ein zentrales Bewertungsverfahren der Unternehmensbewertung, das den Wert eines Unternehmens aus den künftig erzielbaren finanziellen Überschüssen ableitet. Maßgeblich ist dabei nicht der Substanzwert, sondern die nachhaltige Ertragskraft des Unternehmens aus Sicht der Eigentümer.
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Multiplikatorverfahren
Das Multiplikatorverfahren ist ein verbreitetes Verfahren der Unternehmensbewertung, bei dem der Wert eines Unternehmens aus dem Vergleich mit ähnlichen Unternehmen oder Transaktionen abgeleitet wird. Grundlage ist die Annahme, dass vergleichbare Unternehmen am Markt mit ähnlichen Bewertungsrelationen gehandelt werden. Der Unternehmenswert ergibt sich dabei aus der Anwendung eines Multiplikators auf eine geeignete betriebswirtschaftliche Kennzahl.
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Substanzwertverfahren
Das Substanzwertverfahren ist ein Verfahren der Unternehmensbewertung, bei dem der Wert eines Unternehmens aus der Summe seiner vorhandenen Vermögenswerte abzüglich der Schulden ermittelt wird. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die zukünftige Ertragskraft, sondern die aktuell vorhandene Substanz des Unternehmens.