Arbitrage Pricing Theory
Die Arbitrage Pricing Theory (APT) ist ein finanzwirtschaftliches Bewertungsmodell zur Erklärung und Prognose von Renditen risikobehafteter Wertpapiere. Sie stellt eine Alternative zum Capital Asset Pricing Model (CAPM) dar. Im Mittelpunkt der APT steht die Annahme, dass sich die Rendite eines Wertpapiers aus mehreren systematischen Risikofaktoren zusammensetzt und dass sich Fehlbewertungen durch Arbitrage am Markt ausgleichen.
Unterschied zum CAPM
Im Gegensatz zum CAPM, das nur einen einzigen Marktfaktor berücksichtigt, erlaubt die Arbitrage Pricing Theory mehrere unabhängige Einflussgrößen. Typische Faktoren können makroökonomische Variablen wie Inflationsänderungen, Zinsniveau, Konjunkturwachstum, Wechselkurse oder branchenspezifische Entwicklungen sein. Die erwartete Rendite eines Wertpapiers ergibt sich aus der Summe der einzelnen Faktorprämien, gewichtet mit der jeweiligen Sensitivität (Faktorladung) des Wertpapiers.
Arbitragemöglichkeiten
Zentrale Annahme der APT ist, dass es keine dauerhaften Arbitragemöglichkeiten gibt. Weicht der Preis eines Wertpapiers von seinem durch die Faktoren erklärbaren Wert ab, nutzen Marktteilnehmer diese Abweichung aus, bis sich ein Gleichgewicht einstellt. Die Theorie setzt daher funktionierende Märkte und rationale Anleger voraus, verzichtet jedoch auf die Annahme eines einheitlichen Marktportfolios.
Praktische Bedeutung
In der Praxis wird die Arbitrage Pricing Theory vor allem im institutionellen Portfoliomanagement, in der quantitativen Analyse und als Grundlage für Multifaktor-Modelle genutzt. Sie eignet sich zur Erklärung von Renditeunterschieden zwischen Wertpapieren und zur strukturierten Analyse von Risikoquellen. Ihre Herausforderung liegt in der Auswahl und Stabilität der relevanten Faktoren, da diese nicht eindeutig vorgegeben sind und empirisch bestimmt werden müssen.