Ertragswertverfahren
Das Ertragswertverfahren ist ein zentrales Bewertungsverfahren der Unternehmensbewertung, das den Wert eines Unternehmens aus den künftig erzielbaren finanziellen Überschüssen ableitet. Maßgeblich ist dabei nicht der Substanzwert, sondern die nachhaltige Ertragskraft des Unternehmens aus Sicht der Eigentümer.
Methodik des Ertragswertverfahrens
Ausgangspunkt sind die künftig erwarteten Jahreserträge, die dem Eigenkapital zufließen können. Diese Erträge werden um betriebsnotwendige Aufwendungen, Steuern sowie Investitionen bereinigt. Die so ermittelten nachhaltigen Erträge werden anschließend mit einem Kapitalisierungszinssatz auf den Bewertungsstichtag abgezinst.
Der Kapitalisierungszinssatz setzt sich typischerweise aus einem risikofreien Zinssatz und einer Risikoprämie zusammen, die unternehmens- und branchenabhängige Risiken widerspiegelt. Je höher das wahrgenommene Risiko, desto niedriger fällt der Ertragswert aus.
Bedeutung und Einsatzbereiche
Das Verfahren wird insbesondere bei mittelständischen Unternehmen und Familienunternehmen eingesetzt. Das Ertragswertverfahren eignet sich besonders für Unternehmen mit stabilen, planbaren Erträgen. Zu beachten ist, dass das Verfahren sensibel auf Annahmen reagiert – insbesondere auf Ertragsprognosen und den Zinssatz. Daher ist eine transparente Herleitung der Prämissen entscheidend.