Aufbau eines Single Family Offices
Der Aufbau eines Single Family Office (SFO) beginnt mit der strategischen Zieldefinition: Welche Aufgaben und Dienstleistungen sollen intern erfüllt und welche extern ausgelagert werden? Ziel ist es, die optimale Struktur zur Verwaltung des Familienvermögens zu schaffen. Dabei müssen die individuellen Bedürfnisse der Unternehmerfamilien, Familienmitglieder und Vermögensinhaber berücksichtigt werden.
Ausgestaltung des Single Family Offices
Für die konkrete Gründung und Ausgestaltung eines Single Family Offices sind insbesondere folgende Fragestellungen von zentraler Bedeutung:
- Soll ein internes oder externes Family Office aufgebaut werden?
- Welche Rechtsform ist für die geplanten Dienstleistungen und die Haftungsstruktur am besten geeignet?
- Welche regulatorischen Anforderungen gelten in Abhängigkeit von den zu erbringenden Leistungen für die Familie?
- Wie soll die Organisation, Steuerung und Beratung innerhalb des Office strukturiert werden?
- Welche Bereiche – etwa Controlling, Reporting oder Investmentmanagement – sollen extern ausgelagert werden, um Effizienz und Kostentransparenz zu gewährleisten?
Typische Aufbauphasen eines SFO umfassen die Personalrekrutierung, den Aufbau einer geeigneten IT-Infrastruktur, die Definition eines Investmentprozesses sowie die Etablierung professioneller Controlling- und Reportingstrukturen. Eine schrittweise Skalierung ermöglicht es, die Organisation flexibel an die wachsende Komplexität und das Gesamtvermögen der Familie anzupassen.
Vor- und Nachteile
Der Aufbau eines Single Family Offices ist mit erheblichen Kosten verbunden, bietet jedoch langfristige Vorteile: eine maßgeschneiderte Beratung, volle Kontrolle über alle Vermögenswerte und eine ganzheitliche Steuerung des Familienvermögens. Damit bildet das SFO die individuellste und unabhängigste Form der professionellen Vermögensverwaltung für anspruchsvolle Unternehmerfamilien.
-
Externes versus internes Family Office
Beim Aufbau eines Single Family Offices stellt sich die Grundsatzfrage, ob die Family-Office-Funktionen intern aufgebaut oder extern vergeben werden sollen. Beide Modelle verfolgen das Ziel, Vermögen, Familie und ggf. unternehmerische Beteiligungen strukturiert zu steuern – unterscheiden sich jedoch deutlich in Organisation, Kostenstruktur und Kontrolltiefe.
-
Rechtsformwahl für Single Family Offices
Die Rechtsformwahl ist ein entscheidender Schritt bei der Gründung eines Single Family Offices, da sie maßgeblich die Haftung, steuerliche Behandlung des Family Offices, Governance-Struktur und organisatorische Flexibilität bestimmt.
-
Regulierung von Single Family Offices
Single Family Offices unterliegen in vielen Jurisdiktionen nicht der Finanzaufsicht, solange sie ausschließlich für eine Familie tätig sind.
-
Organisation von Single Family Offices
Die Organisation eines Single Family Offices richtet sich nach der Komplexität des Familienvermögens, dem gewünschten Leistungsspektrum, der Governance-Struktur der Familie und dem gewünschten Verhältnis zwischen Familie und Family Office. Ziel ist eine effiziente, vertrauenswürdige und langfristig tragfähige Betreuung des Vermögens und der Familie in operativer, administrativer und strategischer Hinsicht.
-
Outsourcing im Single Family Office
Die Entscheidung, bestimmte Leistungen im Family Office selbst zu erbringen oder auszulagern, ist strategisch. Kriterien sind Know-how, Kosten, Kontrollbedürfnis und Skalierbarkeit.