Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist eine klassische Bewertungskennzahl der Aktienanalyse. Es setzt den aktuellen Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis zum bilanziellen Buchwert je Aktie und zeigt damit, wie der Kapitalmarkt das Eigenkapital eines Unternehmens bewertet.

Interpretation des KBVs

Ein KBV von 1 bedeutet, dass der Marktwert eines Unternehmens dem bilanziellen Eigenkapital entspricht. Werte unter 1 können auf eine mögliche Unterbewertung hindeuten, während ein hohes KBV darauf schließen lässt, dass der Markt erhebliche zukünftige Erträge, Wachstum oder immaterielle Werte erwartet. Die Kennzahl ist besonders relevant bei kapitalintensiven Unternehmen wie Banken, Versicherungen oder Industrieunternehmen, bei denen der Buchwert eine hohe Aussagekraft besitzt.

Anwendung des KBVs

Das KBV eignet sich vor allem für relative Vergleiche – etwa zwischen Unternehmen derselben Branche, innerhalb eines Aktienindex oder über unterschiedliche Marktphasen hinweg. Seine Aussagekraft ist jedoch begrenzt, da der Buchwert stark von bilanziellen Bewertungsmethoden, Abschreibungen und stillen Reserven beeinflusst wird. Zudem berücksichtigt das KBV weder die Ertragskraft noch zukünftige Cashflows eines Unternehmens. Im professionellen Investmentkontext wird das Kurs-Buchwert-Verhältnis daher selten isoliert betrachtet, sondern mit weiteren Kennzahlen wie KGV oder Cashflow-Kennzahlen kombiniert.

Stand: 07.02.2026 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch